Home _Reisen _in den Bergen Die Kirche im Fels (28.10.2003)
Höhlenwände aus grauschwarzem Stein. Darin Reliefe, Heiligenbilder und Ornamente. Die Kapelle des Klosters Geghard liegt am Ende einer langen, steinigen Schlucht und ist direkt in den Fels gehauen. "So musste man nur auf einer Seite mit Angreifern rechnen", erzählt Artavazd, Softwareentwickler bei Lycos. "Es gab keine anderen Baumaterialien als den Fels".
In einem menschenleeren Nebenraum plätschert eine kleine Quelle. Sie ist für die Armenier heilig. In einer Ecke steht ein Tisch mit Kerzen. "Jeder, der eine Kerze anzündet, betet für jemanden", sagt Artavazd. "Gebete bedeuten hier viel, weil das Leben in den armenischen Bergen hart ist. Auf dem steinigen Boden wächst fast nichts. Und die Straßen sind schlecht. Wer hier überlebt, ist sehr stark."
Am Ausgang verkaufen alte Frauen Kuchen, an Ketten aufgefädelte Früchte und Walnüsse. Von dem Nebel, der zuvor die ganze Schlucht in diffuses Licht getaucht hatte, sind nur noch Schwaden übrig. Die steinigen Berghänge leuchten im Sonnenlicht.
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