_Leben (17.10.2020 12:56 Uhr)
Alltag, Kultur, Menschen.Die Einwohner sind gastfreundlich, heisst es. Aber reicht das, um ein Land wie Armenien zu beschreiben? Die Frage, was den Charakter eines Landes und seiner Bevölkerung ausmacht, kann wohl niemand abschließend beantworten. Am besten hilft eigene Erfahrung.
_Rund um den Platz der Republik (22.12.2003 7:05 Uhr)
Offizielle Fotos zeigen den Platz der Republik im Stadtzentrum als touristisches Schmuckstück. Doch wer sich ein Stück von den frisch renovierten Fassaden entfernt, gewinnt ganz andere Eindrücke. Das nebenstehende Bild entstand wenige Schritte vom Platz der Republik entfernt, so wie alle Fotos auf dieser Seite.
siehe auch: mp3-piraten an der prachtstraße -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-182.htmFrisch renoviert
Viele der geschichtstraechtigen Gebaeude haben in monate- und jahrelangen Bauarbeiten neuen Glanz bekommen. Jetzt sind sie bereit fuer Touristen. Ein Ladenlokal
Die glitzernden Shoppingmeilen anderer Hauptstaedte kennen die Jerewaner nur von Fernreisen oder aus dem Fernsehen. Kuehles Nass
"Jerewan ist trocken, deshalb steht mittendrin ein riesiger Springbrunnen", schrieb Hilmar Schulz im Jahr 2000 in der ZEIT. Handeln und Leben
An fast allen Strassenecken bieten Haendler Obst und Gemuese aus einheimischer Produktion.Hotel Armenia: Erstes Haus am Platz
"Noch immer wiederholen Taxifahrer den Namen des Hotels leise und ehrfurchtsvoll", schreibt Dietmar Telser bei Spiegel Online. Dabei gebe es im Hotel Armenia wenig Representatives, abgesehen vom Eingangsbereich. "Zimmer und Gänge zeigen sich im zweifelhaften Charme der siebziger Jahre." Der Artikel ist von Mai 2003, ich habe das Hotel selbst nie von innen gesehen. Das Hotel Armenia gehoert seit dem 15. Dezember 2003 zur amerikanischen Marriott-Gruppe. -> www.spiegel.de -> http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,250547,00.html
-> www.antares.am -> http://www.antares.am/marriott/
-> reisen.stimme.de -> http://reisen.stimme.de/624b8208cf2de3aeafc0efe1d45e13c5/0,2034572820,0,0,0,0.htmlEinpacken auf Vernisaj
Warten auf Weihnachten
Wenn in westlichen Grosstaedten schon alles leuchtet, blinkt und klingelt, ist in Jerewan noch Alltag angesagt. Das armenische Weihnachtsfest findet erst am 6. Januar statt. Ende Dezember laufen in der Hauptstadt die Vorbereitungen an. siehe auch: vor weihnachten: jerewan in weiss (update oktober 2010) -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-115.htmVor Weihnachten: Jerewan in Weiss (Update Oktober 2010) (16.12.2003 0:00 Uhr)
Schnee ist in Jerewan aehnlich sensationell wie im deutschen Flachland. "Es gibt Winter, in denen keine einzige Flocke faellt", erzaehlen die Kollegen. Damit es weisse Weihnachten gibt, muss es noch eine Weile so kalt bleiben wie jetzt: Die armenische Kirche feiert Christi Geburt zusammen mit seiner Taufe (Epiphanie) erst am 6. Januar.Wenn Katholiken und Protestanten Heiligabend feiern, ist nach dem armenischen Kalender offiziell Fastenzeit - auch wenn die Armenier in meiner Umgebung damit eher locker umgehen.
Mehr ueber Religion und Weihnachten erfahren Besucher bei der armenischen Kirche in Deutschland. Die Seite des Katholikos der Armenier in Edschmiazin bietet einen kompletten liturgischen Kalender, und auf derreisefuehrer.com findet sich eine Liste aller gesetzlichen Feiertage (alle drei Links sind in der Liste unten zu finden).
Vielen Dank an Blogleser Dr. A. M. für die ersten beiden Links und für den Hinweis, dass die armenische Kirche nicht - wie zuvor hier und auch auf etlichen anderen Internetseiten behauptet - nach dem Julianischen, sondern nach dem Gregorianischen Kalender rechnet! (17.10.2010)
-> www.armenier-berlin.org -> http://www.armenier-berlin.org/wp-content/uploads/2008/01/armenische-weihnachtstraditionen.pdf
-> www.armenianchurch.org -> http://www.armenianchurch.org/index.jsp?sid=1&id=33&pid=5
-> www.derreisefuehrer.com -> http://www.derreisefuehrer.com/data/am/am007.asp
siehe auch: wetter -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-45.htmSchnorhawor ssurb z'nund
Froehliche Weihnachten allen Besuchern von 60 Tage Jerewan! Uebrigens: Nach dem armenischen Kalender findet das Weihnachtsfest erst am 6. Januar statt- daher faellt fuer die Autorin dieser Seiten Heiligabend in diesem Jahr aus.Khachaturian, sein Land und die Liebe zur Klassik (10.12.2003 14:38 Uhr)
Ein besonderer Tag für die Fans klassischer Musik. In Anzuegen, langen Kleidern, Jeans und Wildlederjacken drängen sie sich vor dem Eingang des Jerewaner Konzerthauses. Es sind längst nicht nur Ältere, die die Preisträger des Klavierwettbewerbs zum 100. Geburtstags des armenischen Komponisten Aram Khachaturian hören wollen. Die Armenier sind stolz, dass Khachaturian den Stil westlicher Kompositionen mit armenischen Einfluessen verknüpfte und dadurch der traditionellen Musik des Landes zu Ruhm verhalf. Das erfahren Leser in einem Text auf der Website der armenischen Botschaft in Washington.
Der Komponist wurde 1903 als Sohn eines Buchbinders geboren. Die Familie war arm, aber kulturbegeistert. Die beiden älteren Brueder Khachaturians wurden Schauspieler. Der eine arbeitete in Moskau und nahm den musikbegeisterten Aram mit in die russische Hauptstadt, wo dieser sich zunächst fuer Biologie einschrieb.
Erst vier Jahre später, mit 23 Jahren, begann Aram Khachaturian ein Studium am Moskauer Konservatorium. Als Komponist schuf er Symphonien, Kammermusik und Klavierwerke. Auch seine Musik für Film, Theater und Ballett hat ihn bekannt gemacht.
Die Teilnehmer des Nachwuchswettbewerbs sind zumeist noch jünger als der Komponist zu Beginn seiner Laufbahn. Tanya Gabrielyan ist 20. Sie ist Amerikanerin, lebt in London, und ihre Namensendung "-yan" verrät ihre armenischen Wurzeln. Der mit 15.000 Dollar dotierte erste Preis gehört ihr. Gemeinsam mit dem Jerewaner Philharmonie-Orchester gibt die hochgewachsene dunkelhaarige Frau den krönenden Abschluss des Konzerts.
Der 20-jaehrige Georgier Mamikon Nakhapetov tritt ohne Orchester auf. Es ist schwer zu sagen, ob es am Hörerlebnis oder an seinen Bewegungen liegt, doch seine Musik reisst die Zuhörer mit - selbst diejenigen, die nicht viel von Klassik verstehen. Der Jury war dies ein dritter Preis wert. Das Publikum hat ihn zu seinem Favoriten gewählt.
Als sein Vorspiel endet, stürmen junge Mädchen mit Blumensträussen auf die Bühne. Schüchtern nimmt Nakhapetov Küsschen entgegen. Das Publikum ist enttäuscht, als sich der junge Künstler nicht wieder an den Flügel setzt, um die ersehnte Zugabe zu geben. Er lässt sich einfach auf seinen Stuhl neben den anderen Preisträgern fallen.
"Die meisten Armenier lieben Klassik", sagt mein Begleiter. "Viele Jugendliche studieren Musik". Doch viele von ihnen können es sich nicht mehr leisten, die Konzertsäle der Hauptstadt zu besuchen. Die hochkarätigen Konzerte sind in den letzten Jahren zum sozialen Ereignis der Oberschicht geworden, wie in anderen Metropolen der Welt. Unter den Gästen des Preisträgerkonzertes ist auch die Gattin des armenischen Praesidenten Robert Kotscharian. "Aber Musikliebhaber, die zwar kaum genug zu Essen haben, aber ihr letztes Geld für eine Konzertkarte ausgeben, gibt es immer noch."
-> www.armeniaemb.org -> http://www.armeniaemb.org/DiscoverArmenia/CultureArt/AramKhachatrian.htm
-> www.4music.net -> http://www.4music.net/khachaturian.html
-> www.apo.am -> http://www.apo.am/akhic/eng/?sub=rulesWebcam: Ein Blick auf den Ararat
Bei arminco.am kann man einen Blick auf ein Stueckchen von Jerewan werfen. Im Hintergrund ist der heilige Berg Ararat zu erahnen - wenn es nicht, wie oft, zu dunstig ist. Die Webcam steht in direkter Nachbarschaft des Lycos-Bürogebäudes, wo ich gearbeitet habe. Das Bild zeigt unter anderem eine neu erbaute Kirche mit Namen St. Grigor Lusavorich.-> www.arminco.am -> http://www.arminco.am/livewebcam.htmlArmenischer Geburtstag
Man nehme eine riesengroße Torte, armenischen Rotwein, stapelweise herzhafte Pfannkuchen, gefüllt mit Fleisch und Gewürzen - und fertig ist die fröhliche Geburtstagsfeier mit den Kollegen in der Mittagspause.Das Auto: Vorwärts mit Hupe und Bremspedal (18.10.2003 8:32 Uhr)
Ich ziehe am Türgriff des alten Lada - und die Tür wird entriegelt, ohne dass irgend jemand den Knopf angefasst hätte. Hrant, der Besitzer des klapprigen blassblauen Vehikels, grinst: "Fernbedienung." Als er mein verwirrtes Gesicht sieht, fuegt er hinzu: "Ich bastle gerne." Das Auto ist ein grosses Thema in Jerewan. Witzelten die Einwohner vor wenigen Jahren noch: "Frage an Radio Eriwan: Stimmt es, dass in den USA jeder Einwohner ein Auto hat? Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber bei uns hat dafür jeder einen Parkplatz!", so steht die Stadt heute kurz vor dem Verkehrsinfarkt. Wer nicht vorwärts kommt, macht mit lautem Hupen auf sich aufmerksam. Die Zahl der Fahrzeuge sei in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen, erzählt Hrant.
Alte, verbeulte Ladas in grau, beige oder hellblau mischen sich auf den Strassen mit auf Hochglanz polierten Mercedes- und Volkswagen-Modellen. Auf manchen dieser Fahrzeuge prangen "Bitte ein Bit"-Aufkleber oder oesterreichische Autobahnvignetten. Nicht immer lässt sich ihre Herkunft lueckenlos zurueckverfolgen, erzählen Eingeweihte.
Viele der älteren Fahrzeuge dagegen würden beim TÜV gnadenlos durchfallen. Auch von vielen anderen strengen Regeln des Westens ist man hier noch weit entfernt. Wer im Auto den Sicherheitsgurt anlegt, kann damit sogar Polizeibeamte zum Lachen bringen. "Was soll's - bei dem ganzen Autoverkehr in der Stadt kann man sowieso nicht schnell fahren", sagt Hrant.
Lebensmittel: Essen a la Wörterbuch (13.10.2003 11:49 Uhr)
Mit knurrendem Magen, aber ratlos stehe ich im Tante Emma-Laden neben dem Buerogebäude. Ich schaue auf dicht gepackte Reihen mit Konservendosen, Brot, Obst, Teigwaren, Gewürzen - und davor eine Theke und eine Verkäuferin, die kein Englisch versteht.Ich krame meine wenigen Brocken Armenisch zusammen und verlasse den Laden glücklich mit einem Glas Erbsen und einer Tüte Nudeln. Die Nudeln wird es heute ohne Salz geben - dieses Wort habe ich in meinem Sprachführer so schnell nicht gefunden.
In der Tat bekommt man in Jerewan an jeder Ecke so gut wie alles, was fuer den täglichen Bedarf nötig ist. Dafür sorgen eine Vielzahl an kleinen Lebensmittelläden und Kiosken. Supermärkte nach westeuropäischem Vorbild sind aber bisher die grosse Ausnahme.
Auch an den nächsten Tagen ist mein Speiseplan so eingeschränkt wie die Wörterliste in meinem Sprachführer. Als ich ein paar Tage später zufällig auf einen kleinen Supermarkt mit Selbstbedienung und vielen europäisch beschrifteten Produkten stoße (Vardanants Street), wird mein Speiseplan schlagartig reicher.
-> www.armesco.com -> http://www.armesco.com/map/14.htmNach der Landung (13.10.2003 11:48 Uhr)
"Achten Sie darauf, die Wassertanks immer nachzufuellen", warnt mich Aida, meine Vermieterin, in Englisch mit leichtem Akzent. "Fliessendes Wasser gibt es hier nur morgens und abend zwischen sieben und zehn". Ich reibe mir ein wenig irritiert die Augen. Es ist sechs Uhr morgens, vor eineinhalb Stunden bin ich auf dem Flughafen Zwartnotz gelandet. Die Geschichte mit dem Wasser ist meine erste Erfahrung mit den Widerspruechen eines Landes, das noch fast zur Dritten Welt gehoert - aber nur fast.
Aida deutet auf den Telefontisch im Flur. Obendrauf ein silberglaenzendes schnurloses Telefon mit rotem Laempchen. Unter dem Tischchen ein aelteres Modell. "Das koennen Sie benutzen, wenn mal der Strom ausfaellt."
Ich falle in mein breites Bett mit weichen Matratzen. Nach mitteleuropaeischer Zeit ist es drei Uhr morgens.
Am naechsten Morgen faellt mein erster Blick auf den sonnenbeschienenen, schneebedeckten Gipfel des Ararat.
Zu Fuss geht es los. Wohnhaeuser mit abbroeckelndem Putz. Davor leere Plastikflaschen, Pappstuecke, Essensreste.
Dann geht es rechts ab in die Hauptstrasse Alex Manookian. Die riesigen Gebaeude der Jerewaner Universitaet glaenzen in der Sonne. Studenten in Hemd und Krawatte, Studentinnen in Nylonstrumpfhosen und kurzen Roecken.
In einem der sauber geputzten Bauwerke, Aufschrift "American University of Jerwan", ist mein Buero fuer die naechsten acht Wochen. Die Kollegen von Lycos sprechen fliessend Englisch und zeigen mir meinen Arbeitsplatz. Ich schreibe die ersten E-Mails nach Hause. Am Nachmittag ist mein eigener Rechner aufgebaut und laeuft.
Die Raeume sind so stark klimatisiert, dass ich nach der Hitze draussen erst einmal zusammengezuckt bin. Die Toilettenspuelung startet automatisch.
Doch als ich, den Wasserkocher in der Hand, in der Firmenkueche nach dem Waschbecken suche, deutet einer der Kollegen auf den Wasserspender: Die Wasserversorgung, die je nach Stadtteil in Jerewan unterschiedlich regelmaessig funktioniert, hat man auch in der Alex Manookian noch nicht im Griff.
Lycos-Buerogebäude
In 2. Stock dieses Gebäudes sind die Büros von Lycos Armenien untergebracht. Die goldenen Schriftzeichen über dem Eingang informieren darüber, dass auch die "American University of Armenia" hier eine Niederlassung hat.-> www.aua.am -> http://www.aua.am/Radio Eriwan: Prinzip und Wirklichkeit (6.8.2003 16:59 Uhr)
"Im Prinzip ja...", und am Ende ein "nicht", "nein", "nur" oder "doch" - die Grundstruktur ist immer die gleiche. In den Radio Eriwan-Witzen steckt mehr als nur Unterhaltungswert: Die mehrdeutige Konstruktion machte es einst möglich, in der armenischen Hauptstadt heimliche Kritik am Sozialismus zu üben. Den Rundfunksender Radio Eriwan existiert wirklich in der armenischen Hauptstadt, erfährt man aus der freien Enzyklopädie wikipedia. Ohrenzeugen zufolge waren Eriwan-Witze zuerst dort zu hören.
Es war die Zeitschrift Sputnik, die die Radio-Eriwan-Witze nach Deutschland brachte - ein Hochglanz-Magazin, das ab 1967 von der Presseagentur Nowosti in russisch, deutsch, englisch, französisch, spanisch, tschechisch und ungarisch vertrieben wurde.
Zielgruppe waren neben dem sozialistischen Ausland auch westliche Staaten, in denen Nowosti zeitweise versuchte, durch begrenzt systemkritische Formulierungen Sympathien zu gewinnen. Zu diesem Zweck schuf die Agentur unter anderem die Rubrik mit den Radio Eriwan-Witzen.
Kostproben
Frage an Radio Eriwan: Stimmt es, dass in den USA jeder Einwohner ein Auto hat?
Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber bei uns hat dafür jeder einen Parkplatz!
Frage an Radio Eriwan: Was gab es früher, das Huhn oder das Ei?
Radio Eriwan: Früher gab es beides.
Frage an Radio Eriwan: Was ist ein Chaos?
Radio Eriwan: Fragen aus der Landwirtschaft werden nicht beantwortet.
Frage an Radio Eriwan: Darf man die Pilze aus Tschernobyl wieder essen?
Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber Sie dürfen ihre Toilette nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen haben.
Frage an Radio Eriwan: Ich las in der Prawda, dass ein gewisser Iwan Gustinow zu fuenf Jahren Arbeitslager verurteilt wurden, weil er einen Sowjetmarschall einen Idioten genannt hatte. Ist die Strafe nicht etwas sehr hoch ausgefallen?
Radio Eriwan antwortet: Nein. Wegen der Beleidigung erhielt er nur sechs Monate, die restliche Strafe erhielt er wegen Verrats eines militaerischen Geheimnisses.
Frage an Radio Eriwan: Im Kaukasus soll es trotz der sozialistischen Aufklärung noch viele rätselhafte Dinge geben. So erzählte mir ein Freund, daß auf einem Dorfbrunnen ein bronzener Drachen sitzt, der jedesmal, wenn eine Jungfrau vorübergeht, freudig erregt mit dem Schwanz wedelt. Ist so etwas möglich?
Radio Eriwan: Im Prinzip ja. Aber selbst die ältesten Einwohner können sich nicht erinnern, das Wunder jemals erlebt zu haben. -> de.wikipedia.org -> http://de.wikipedia.org/wiki/Radio_Eriwan
-> www.spitzenwitz.de -> http://www.spitzenwitz.de/witze/radio.html
-> onlinespass24.de -> http://onlinespass24.de/RadioE.htm_Wirtschaft
Der reiche alte Armenier und seine große Stunde (3.12.2003 9:02 Uhr)
In den USA steht Kirk Kerkorian im Rampenlicht, weil er DaimlerChrylser auf über eine Milliarde Dollar Schadensersatz verklagt. In Armenien gilt der 86-Jährige Sohn armenischer Auswanderer als eine Art Nationalheld. Viele Strassen Jerewans wurden mit dem Geld des 86-jaehrigen gebaut, berichten Kollegen bei Lycos. Nach dem verheerenden Erdbeben 1988 investierte er 15 Millionen Dollar in den Wiederaufbau der stark betroffenen Region Gyumri. Er schuf Arbeitsplätze, indem er Geld bereitstellte fuer eine Reihe von Bauprojekten im ganzen Land - darunter eine Strasse, die den Iran ueber Armenien mit der georgischen Schwarzmeerküste verbindet. Insgesamt 200 Millionen Dollar, so heißt es auf der Website des Armenian Assembly of America, gab der Milliardär dem Land, in dem er selbst nie gelebt hat.
Westlich des Atlantiks geniesst Kerkorian, der zu den reichsten Männern der USA zählt, dagegen stets einen etwas zweifelhaften Ruf - wegen des knallharten Stils, in dem er als Investor mit Casinos, Hotels und Hollywood-Studios zu jonglieren pflegte.
Kerkorian wurde 1917 in Fresno, Kalifornien, als jüngstes von vier Kindern einer Einwandererfamilie geboren. In der Rezession 1921/22 verlor die Familie das Wenige, das sie besass, und zog nach Los Angeles. Hier startete Kekorian seine Karriere in klassischer Tellerwäscher-Manier: Als Schul-Abbrecher, Boxer, Zeitungsausträger und Autoverkäufer. "Später wurde er Pilot und gründete eine Charter-Fluglinie, die unter anderem Prominente von Los Angeles nach Las Vegas flog. Die guten Kontakte in der Welthauptstadt der Unterhaltung ebneten seinen Weg", berichtet Handelsblatt online.
Im Rechtsstreit gegen DaimlerChrysler wirft Kerkorian dem Unternehmen vor, bewusst Fehlinformationen verbreitet zu haben: Das Management unter Fuehrung von Daimler-Chef Juergen Schrempp habe den Zusammenschluss faelschlicherweise als "Fusion unter Gleichen" ausgegeben. "In Wirklichkeit sei es eine geheime Übernahme durch die Deutschen gewesen. Da für die Aktien eines gekauften Unternehmens üblicherweise mehr Geld gezahlt wird als bei einer gleichberechtigten Fusion, fühlt sich Kerkorian nun betrogen", so das Handelsblatt.
Obwohl die Chrysler-Transaktionen dem Milliardaer nach Darstellung der Wiener Zeitung Riesenverluste brachten, geht es bei diesem Streit nicht um Geld. Das ist zumindest die Einschaetzung Jens Eckhardts in einem Handelsblatt-Artikel vom 1. Dezember: "Ob er nun vor Gericht gewinnt oder verliert, wird auf seinen Lebensstandard keinen Einfluss haben. Aber auf seinen Stolz".
-> www.handelsblatt.com -> http://www.handelsblatt.com/hbiwwwangebot/fn/relhbi/sfn/buildhbi/SH/171e221260c6719537d81007a67011/depot/0/strucid/0/bmc/cn_bild_basket/bmc/cn_schlagzeilen_basket_ext!400,10,0,teaser,1/basketID/694411/bmc/cn_firmenkasten/index.html
-> www.ftd.de -> http://www.ftd.de/kerkorian
-> www.wienerzeitung.at -> http://www.wienerzeitung.at/frameless/wirtschaft.htm?ID=M19&Menu=193393
-> www.deutsch-armenische-gesellschaft.de -> http://www.deutsch-armenische-gesellschaft.de/dag/adk117t1.htm
-> www.aaainc.org -> http://www.aaainc.org/armenia_week/archive98/6-26-98.htm_Der Westen: Fluch und Segen (7.11.2003 13:13 Uhr)
Meine Kollegin Susanna ist nur in Armenien geblieben, weil ihr Sohn sich in ein armenisches Maedchen verliebt hat. Die älteste Tochter meiner Vermieterin Aida ist vor fuenf Jahren in die USA gezogen, ihre Mutter hat sie seitdem nur einmal gesehen. Und die Schuelerin Agavnik, die mir vor meiner Abreise nach Jerewan zwei Monate lang Grundbegriffe der armenischen Sprache beigebracht hat, lebt mit ihrer Mutter und ihren drei Geschwistern seit vier Jahren in Guetersloh. Westliche Staaten sind fuer viele Armenier vertrauter als das Heimatland. Nur 3,5 von den 7,5 Millionen Menschen auf der Welt, die Armenisch sprechen, leben in Armenien selbst. Die anderen sind in der Türkei, Syrien, Irak, Iran, anderen Staaten der ehemaligen UDSSR, aber auch in Westeuropa oder den USA zu Hause. "In den USA gibt es ganze Kleinstaedte, in denen nur Armenier leben", sagt Software-Entwickler Artavazd.
Armenien blutet aus, weil Facharbeiter und Intellektuelle in Massen auswandern - das sagt Hilmar Schulz in seinem Artikel "Im Bauch von Jerewan" in der "Zeit" von Januar 2000. Wer nicht geht, bleibt unzufrieden. Hoffnungslosigkeit sei unter Armeniern weit verbreitet, weil man offensichltlich noch sehr weit von westlichen Standards entfernt ist, schreibt Sabrina Schmidt von der deutschen Botschaft in Jerewan in ihrem Bericht zur Wirtschaftslage Armeniens 2001/2002, "ein Anspruchsdenken, das aber auch von den rosigen Schilderungen der Diaspora in der Bevoelkerung getragen wird".
Umgekehrt haengt die Wirtschaft des Landes, in dem Lehrer manchmal nur 20 Dollar im Monat verdienen, selbst am Tropf der Ueberweisungen aus dem Ausland. "Fast jeder hier hat Verwandte anderswo, die regelmaessig Geld schicken", sagt Artavazd. Der einzige Grund dafuer, dass sich viele Armenier die westlichen Suessigkeiten, Konserven oder Kleider leisten koennen, die man in den Supermaerkten findet - zu Preisen, die meist hoeher sind als auf dem Heimatmarkt. Armenien ist ein Land, das wesentlich mehr Gueter importiert als exportiert.
-> www.deutsch-armenische-gesellschaft.de -> http://www.deutsch-armenische-gesellschaft.de/dag/rbott.htm
-> www.deutsch-armenische-gesellschaft.de -> http://www.deutsch-armenische-gesellschaft.de/dag/adknnt1.htm
siehe auch: ostarmenisch und westarmenisch -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-6.htmim Web: Armenien-Portal haias.net (4.8.2003 16:22 Uhr)
Haias.net ist ein privates deutsches Webportal rund um Armenien. Hier finden sich (ähnlich wie auf anderen Websites dieser Art) Länderinformationen, Bilder, eine interaktive Karte von Jerewan, Rezepte aus der armenischen Küche - und eine unterhaltsame Kollektion von "Radio Eriwan"-Witzen.
Vom gleichen Betreiber stammt auch armenia-online.de mit Informationen für Geschäftsleute und -reisende.
-> www.haias.net -> http://www.haias.net
-> www.armenia-online.de -> http://www.armenia-online.de im Web: Deutschsprachiges Armenien-Portal
Nach eigener Aussage "beste deutsprachige Seite über Armenien". Auf jeden Fall eine gute Quelle für Weblinks zum Thema ("top 100"), aber auch für Landesinformationen, Fotos etc. -> www.armenien.biz -> http://www.armenien.biz im Web: Armenien-Forum (4.8.2003 12:02 Uhr)
Im deutschsprachigen Forum von www.armenien.at treffen sich Armenier aus dem deutschsprachigen Raum. Die Diskussionen sind haeufig kontrovers und nicht immer frei von nationalistischen Tendenzen. Trotzdem lohnt sich ein Besuch auch fuer Nicht-Armenier, die sich fuer das Land interessieren. Wer spezielle Fragen hat, bekommt schnell Hilfe. Interessant ist auch die Rubrik "Online-Armenisch-Kurs", wo Besucher Fragen nach armenischen Wörtern und Ausdrücken stellen koennen.
-> www.armenien.at -> http://www.armenien.at Behörden: Wenn es im Getriebe klemmt (30.10.2003 6:48 Uhr)
"30 Dollar", sagt der Mann am Flughafen Zwartnotz, als er ein 21-Tage-Touristenvisum in meinen Pass stempelt, und "Sorry, no change", als ich zwei 20 Dollar-Scheine aus meinem Brustbeutel krame. Todmuede nach der langen Nacht im Flugzeug drücke ich ihm schliesslich 30 Euro in die Hand. Der Beamte macht ein zufriedenes Gesicht: Nach derzeitigem Wechselkurs sind das immerhin 35 Dollar. Dass armenische Behörden mit Vorsicht zu geniessen sind, finden nicht nur Ausländer. "Ein Führerschein kostet bei uns nur 150 Dollar", erzählt mein Kollege Artavazd. "Aber wenn man beim Autofahren auf Polizisten trifft, wird es teuer - manchmal auch dann, wenn man gegen gar keine Regel verstoßen hat."
Sabrina Schmidt von der Deutschen Botschaft weist darauf hin, dass armenische Beamte wenig Geld verdienen und dieses auch noch unregelmäßig ausgezahlt bekommen. Allein die Lebensmittel, die ein Armenier statistisch gesehen jeden Monat brauche, seien doppelt so teuer wie das Durchschnittseinkommen im öffentlichen Dienst, heisst es in ihrem Bericht zur Wirtschaftslage 2001/02.
Zumindest bei den Polizisten sei das nicht der Grund für Offenheit gegenüber "kleinen Geschenken", widerspricht Artavazd. "Sie verdienen etwa 300 Dollar im Monat - manche Lehrer dagegen nur 20. Diese Leute haben im Moment einfach zu viel Macht".
Die Sache mit dem Visum ist noch nicht erledigt. Mein Touristenvisum ist schon fast abgelaufen, als ein Beamter des armenischen Innenministeriums endlich ein Business-Visum für zwei Monate in meinen Pass klebt. Drei über mehrere Wochen verteilte Behördenbesuche, gemeinsam mit meinen armenischen Kollegen Hrant und George, waren dafür notwendig. An der langen Schlange der anderen Antragssteller durften wir jedes Mal vorbeigehen. "Wenn man in Armenien die richtigen Leute kennt, hat man es leichter", sagt Hrant.
-> www.deutsch-armenische-gesellschaft.de -> http://www.deutsch-armenische-gesellschaft.de/dag/rbott.htmDer Blick zurück tut weh (24.10.2003 12:51 Uhr)
"Frueher, da war die Heizung im Winter immer warm, und es gab jederzeit fliessendes heisses und kaltes Wasser", erzaehlt Aida an meinem ersten Morgen in Jerewan. Fast immer kommt man im Gespräch mit Armeniern irgendwann auf die gute alte Zeit, an die die Erinnerung noch frisch ist: Bis Anfang der 90er Jahre war Armenien hoch industrialisiert mit Chemie- und Elektronikprodukten, die in der Sowjetunion als fuehrend galten. Doch als die UDSSR zusammenbrach, war es damit vorbei."Moskau hatte ein kompliziertes wirtschaftliches Abhaengigkeitssystem der nominell freien Republiken geschaffen, das ein Nachschub- und Absatzvakuum hinterliess", schreibt Hilmar Schulz in einem Artikel, der im Januar 2000 in der "Zeit" erschien.
"Wir hatten hier in Armenien zum Beispiel eine Fabrik, die grosse Teile der Sowjetunion mit Kaese beliefert hat", berichtet mein Kollege Artavazd. "Fuer jedes Kilo Kaese mussten vier bis fuenf Kilo Milch angeliefert werden. Heute gibt es keine Moeglichkeit mehr, so viel Milch zu bekommen - aber auch keine Absatzmaerkte mehr fuer so viel Kaese."
Noch schlimmer setzte dem Land die Energie- und Warenblockade der muslimischen Nachbarlaender Aserbajdschan und Tuerkei zu. Grund fuer die Blockade war der Konflikt um die Grenzregion Berg-Karabach, die zwar zu Aserbajdschan gehoert, deren Bevoelkerung aber armenisch ist. Er begann Ende der 80er Jahre, 1994 schlossen beide Staaten einen Waffenstillstand.
Im Jahr 2002 lebten nach einem Bericht von Alexey Sekarev vom Armenian-European Policy and Legal Advice Centre in Jerewan die Menschen in 50% der armenischen Haushalte unterhalb der Armutsgrenze. Wer es sich leisten kann, wandert nach Russland, Amerika oder Westeuropa aus.
Die daheimgebliebenen Verwandten freuen sich ueber Geld aus dem Ausland, das in Armenien als wichtige Einkommensquelle gilt. Und sie leiden unter der Trennung auf unbestimmte Zeit. Auslandsreisen sind fast unbezahlbar. Aidas aeltere Tochter studiert seit sechs Jahren in den USA. Als sie ihren Bachelor-Abschluss feierte, kratzte die Mutter, eine Aerztin, das Geld fuer einen Besuch in den Staaten zusammen. Doch die juengere Tochter hat ihre Schwester seit ueber einem halben Jahrzehnt nicht mehr gesehen.
"Ich habe Verwandte in Bonn, konnte sie aber noch nie besuchen", bedauert Susanna, die als Designerin bei Lycos arbeitet. "Frueher, da bin ich sogar nach Tschechien und Ostdeutschland gereist." Im naechsten Sommer will sie trotzdem einen Intensivkurs in Englisch belegen.
"Armenier sind grundsaetzlich optimistisch - was auch sonst?", meint Aida. Und schliesslich habe sich in der letzten Zeit wirklich viel getan, meint Hrant. Das koenne man zum Beispiel an den vielen Baukraenen und Presslufthaemmern in Jerewan sehen. An jeder Ecke entstehen neue Cafes und Kneipen. "Alle wollen ausgehen. Vor ein, zwei Jahren ist noch niemand auf diese Idee gekommen."
-> www.deutsch-armenische-gesellschaft.de -> http://www.deutsch-armenische-gesellschaft.de/dag/adknnt1.htm
Geld und Geldautomaten (26.9.2003 15:32 Uhr)
Die offizielle armenische Währung heißt "dram", was gleichzeitig in der Landessprache "Geld" bedeutet. Bei Internet-Recherchen findet man meist die Empfehlung, sich vor der Einreise mit Euro oder US-Dollar zu versorgen. Aber es gibt auch immer mehr Geldautomaten, die die normale europaeische Bank- ("Maestro-") Karte akzeptieren. Wechselstuben, an denen man Dollar oder Euro in Dram umtauschen kann, findet man in der Jerewaner Innenstadt an jeder Strassenecke. Mit ihren grossen Schildern, die ueber die aktuellen Wechselkurse informieren, sind sie kaum zu uebersehen.
Die Haendler selbst duerfen US-Dollar auf keine Fall als Zahlungsmittel annehmen, heisst es bei Derreisefuehrer.com. "In fast allen Geschaeften kann man in US-Dollar bezahlen", berichten allerdings die Kollegen. "Manchmal ist der Wechselkurs sogar guenstiger als in den Wechselstuben".
-> cba.am -> http://cba.am/
-> gwm50.gad.de -> http://gwm50.gad.de/rz/gwm/webdbs/xf9107.nsf/0/a7a21d295fdfebe6c1256c95003424d1?OpenDocument
-> www.fifoost.org -> http://www.fifoost.org/armenien/reise/
-> www.derreisefuehrer.com -> http://www.derreisefuehrer.com/data/am/am005.aspim Web: Länderinformationen für Geschäftsleute
Schnelle Informationen für alle, die geschäftlich mit Armenien zu tun haben oder mit dem Gedanken spielen, bietet Fifo Ost, ein Webportal rund um Osteuropa. Zu Armenien findet man hier allgemeine Länderinformationen, Hinweise rund um Visum und Einreise und hilfreiche Links. -> www.fifoost.org -> http://www.fifoost.org/armenien/index.php _IT-Bereich
Bits und Bytes sind in der Kaukasus-Region ein zunehmend wichtiger Rohstoff. Westliche Software-Firmen nutzen das niedrige Lohnniveau in Armenien fuer Outsourcing-Projekte. Zudem sind die Universitaeten in Jerewan bekannt dafuer, dass sie sehr hoch qualifizierte Programmierer ausbilden.
MP3-Piraten an der Prachtstraße (30.12.2003 20:55 Uhr)
Während MP3-Jäger auf Internet-Plattformen wie Kazaa zunehmend Strafen fürchten müssen, können sie in Jerewan Joe Cocker oder Elton John für ein paar Euro in der Prachtstraße Abovian Street kaufen, direkt neben eleganten Mode- und Cognakgeschäften. Sogar am Flughafen gibt es Microsoft Office-Pakete, Gesamtausgaben aller Beatles-Alben und DVDs. Pro Stück zwei bis drei Euro."Bis jetzt haben wir ein sehr lockeres Urheberrecht", sagt Softwareentwickler Artavazd. Das werde sich aber vermutlich bald ändern. Unvermeidlich sei das, wenn Armenien sich gegenüber westlichen Wirtschaftsräumen öffnen wolle.
Bis dahin können Einheimische und Besucher sich fleißig mit dem versorgen, was die Deutschen als Raubkopien bezeichnen. Auf manchen CDs befindet sich 1:1 das Gleiche wie bei den Originalen. Andere sind eigene Zusammenstellungen etwa für den Grafiker, den Web-Entwickler oder den Musikfan. Macromedia Flash und Adobe Photoshop, beispielsweise, alle Seriennummern auf der gemeinsamen CD-Hülle. Oder alle Alben von Elton John im MP3-Format.
"Die meisten dieser CDs kommen aus Russland", sagt Artavazd. Einziger Trost für Softwarehersteller: Die kyrillischen Schriftzeichen auf den CD-Hüllen mögen Auslaender abschrecken. Es sei denn sie finden heraus, dass es auf fast jeder CD auch eine englischsprachige Version gibt.
-> www.dienstraum.com -> http://www.dienstraum.com/archiv/002563.phpTelefon: Geld oder Geduld (18.12.2003 14:00 Uhr)
Meine ersten Festnetz-Gespraeche nach Deutschland und Frankreich haben pro Minute ueber einen Dollar gekostet. Ein Monopolist, der über die elektronischen Verbindungen zur Außenwelt wacht, sorgt fuer diese - nicht nur für armenische Verhaeltnisse - sehr hohen Gebuehren: Die Firma Armentel betreibt neben den Festnetzanschlüssen auch das derzeit einzige Mobilfunknetz. Doch wie in vielen Lebenslagen kennen die Armenier auch hier einen Ausweg. Kleine Telefongeschaefte in Jerewan, beispielsweise in der Teryan Street auf Hoehe des Opernhauses, verkaufen Calling Cards, mit denen ein Gespraech nach Westeuropa gerade 100 Dram kostet (rund 15 Eurocent).
Wer die Ortsnetznummer waehlt, die auf der Karte verzeichnet ist, muss einer Mitarbeiterin die PIN-Nummer der Calling Card und die Nummer des heimischen Anschlusses nennen - in armenischer oder englischer Sprache. Ein paar Minuten, manchmal auch erst eine halbe Stunde spaeter klingelt das Telefon. Die Mitarbeiterin fragt nach der gewuenschten Rufnummer.
Wer Glueck hat, hat nach dieser Prozedur den Wunsch-Gespraechspartner an der Strippe. Aber auch dann noch kann die Verbindung ploetzlich abbrechen. Manchmal kommt die Sprache zeitversetzt beim anderen Gespraechspartner an. Manchmal kann zwar der eine Telefonierer den anderen hoeren, aber nicht umgekehrt.
Wer ueber einen guenstigen Call by Call-Anbieter von Deutschland aus nach Armenien telefoniert, zahlt aehnlich guenstige Preise. Die auch hier manchmal zeitversetzte Sprache, fehlende Wortfetzen und plötzlicher Verlust der Verbindung legen die Vermutung nahe: Hier läuft im Hintergrund die gleiche Technologie wie bei den armenischen Karten.
-> www.armentel.com -> http://www.armentel.com/english/about.htm
-> www.armentel.com -> http://www.armentel.com/english/international_tar.htm
-> www.gateway.am -> http://www.gateway.am/index.jsp?sid=1&id=11773&pid=11772&lng=en
-> www.teltarif.de -> http://www.teltarif.de/db/res.html?zugang=ff&kurz=ja&dauer=0&takt=61&ve=1&vergleichpos=hinten&ziel=Armenien&von=Analoganschluss&umsatz=-1&rec=&019x=0&spalten=5IT in Armenien: Informationen auf der Systems (15.11.2003 13:18 Uhr)
Die IT-Industrie wird zunehmend wichtig fuer die Wirtschaft Armeniens. Vor allem Unternehmen aus den USA und Westeuropa bringen Geld ins Land, angelockt von den bescheidenen Lohnforderungen der Programmierer. Zwei Vertreter der armenischen IT-Branche haben auf der Messe Systems in Muenchen um weitere Investoren geworben und die Rahmenbedingungen dargestellt.Wie Yervand Sarkisyan von der armenischen Enterprise Incubator Foundation (EIF) berichtete, erwirtschaften die gut 100 offiziell registrierten einheimischen und auslaendischen IT-Unternehmen in Armenien derzeit einen Jahresumsatz von geschaetzt 50 Millionen Dollar. Sie exportieren ihre IT-Services und Produkte zu 80 Prozent ins Ausland. Der Informationstechnologie ist damit ein Zehntel aller Exporte des Landes zu verdanken, die IT-Unternehmen erwirtschaften zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes.
Die Folien zu den Vortraegen von Yervand Sarkisyan von der EIF und Dr. Aram Vardanyan vom Viashere Technopark am 22. Oktober 2003 bietet der Branchenverband BITKOM als ZIP-Datei zum Download an.
-> www.bitkom.org -> http://www.bitkom.org/index.cfm?gbAction=gbcontentfulldisplay&ObjectID=06F143BF-676C-4CE4-A4CDAFF7DA0A68D9&CategoryNodeID=5BD8F41E-B5D4-457B-9C85E214DF4628D5&MenuNodeID=4C872DB6-8470-4B01-A36FD8C1EBA2E22D _IT-Offshoring: Jobs wandern ein (12.11.2003 9:51 Uhr)
Fuer die einen ein Schock, fuer die anderen Hoffnung. Lycos Europe, Arbeitgeber der Autorin von "60 Tage Jerewan", streicht zum Jahresende 2003 viele Stellen, unter anderem in den westeuropaeischen Entwicklungsabteilungen. Der Internet-Portalbetreiber verlagert Programmierprojekte in die armenische Tochtergesellschaft. Das Land, in dem viele Menschen unterhalb der Armutsgrenze leben, profitiert vom Trend zum "IT-Offshoring".Auch das deutsche Grossunternehmen SAP vergibt Programmieraufgaben beispielsweise an Mitarbeiter in Russland und Indien, berichtet das Handelsblatt am 2.9.2003. Hauptgrund: In Russland, Indien, aber auch China, Bulgarien oder eben Armenien verlangen Programmierer erheblich weniger Gehalt.
Darueber hinaus liefern sie oft sogar bessere Ergebnisse, heisst es im Handelsblatt: "Die in der Vergangenheit immer wieder vorgebrachten Argumente, die Qualität der Arbeit sei in Indien niedriger als in Deutschland, führt mittlerweile kein Manager mehr an."
Die Armenier sehen ihren hohen Bildungsstand als ihre grosse Staerke. "In frueheren Jahren war es die grosse Ausnahme, wenn jemand hier nicht studiert hat", meint Lycos-Softwareentwickler Artavazd. "Und Informatiker sind hier sehr vielseitig. Da es nur wenige freie Stellen gibt, versucht jeder, so viele Technologien wie moeglich zu lernen."
Daneben punktet Armenien mit - selbst im Vergleich zu anderen Niedriglohnlaendern - niedrigen Personalkosten. Nach einer Praesentation, die Yervand Sarkisyan von der armenischen Enterprise Incubator Foundation auf der IT-Messe Systems im Oktober 2003 gehalten hat, liegen die Jahresgehaelter in der IT-Industrie zwischen 2.400 und 6.000 Dollar.
Jeder zehnte Job in der amerikanischen Computer- und Softwareindustrie koennte bald in Billiglohnlaender wie Armenien abwandern, schaetzt das Forschungsinstituts Gartner. Dank moderner Technologien stellt die raeumliche Entfernung kaum noch ein Hindernis dar. Bei Lycos beispielsweise kommunizieren westeuropaeische Projektmanager und armenische Entwickler per Telefon, Instant Messenger und Videokonferenz.
Wenn es allerdings es um die Beduerfnisse der Kunden auf dem Heimatmarkt geht, um nationale Besonderheiten oder Gesetzesvorschriften, dann kommt ein Unternehmen nicht ohne einheimische Fachleute aus, betont Gerd Quittenbaum von der Mascot Systems GmbH im Interview mit der "Competence Site".
-> www.lycos.de -> http://www.lycos.de/inc/content/startseite/cc/IR/fnachrichten/20031110a.html
-> www.competence-site.de -> http://www.competence-site.de/offshore.nsf/72A937BFC559489EC1256C670040E76A/$File/e-interview_quittenbaum_mascot.pdf
-> www.bitkom.org -> http://www.bitkom.org/gbgateinvoker.cfm/22.10.zip?gbAction=gbFileDownload&ObjectID=06F143BF-676C-4CE4-A4CDAFF7DA0A68D9&DownloadObject=documents&index=3&cacheLevel=0
-> www.computerwoche.de -> http://www.computerwoche.de/index.cfm?pageid=256&artid=53959&type=detail&category=256
-> www.siliconarmenia.com -> http://www.siliconarmenia.comHigh Tech-Spezialisten zwischen Ost und West (16.10.2003 6:53 Uhr)
"Viele Leute denken, Armenien ist ein armes Land, in dem vieles im Argen liegt - da wird es mit der Ausbildung auch nicht weit her sein", beklagt sich Hrant, waehrend wir einen Rundgang um die neu renovierte Jerewaner Oper machen. Doch damit hat der 20-jaehrige Software-Entwickler nur zur Haelfte Recht. Immer mehr westliche Investoren lernen das top-geschulte IT-Personal mit seinen bescheidenen Gehaltsforderungen zu schaetzen.Dass die Jerewaner Universitaeten einen herausragenden Ruf geniessen, will in der Tat nicht recht zum verfallenen und oft schmutzigen Erscheinungsbild der Stadt und zu all den Berichten ueber politische Krisen passen.
Doch bereits zur Zeit der Sowjetunion war Armenien das Zentrum der Entwicklung hochtechnisierter Waffensysteme. Entsprechend stark investierte der Staat in den Bildungssektor.
Vor allem amerikanische Softwareunternehmen sind auf das hochqualifizierte armenische Personal aufmerksam geworden und betreiben seit einigen Jahren Entwicklungsabteilungen in Jerewan. Auch die heutige Tochterfirma von Lycos Europe gehoerte urspruenglich einem Mutterunternehmen aus den USA.
"Fuer mich ist dieser Job die grosse Chance", erzaehlt Hrant und weicht einem Haufen Bauschutt vor dem Operngebauede aus. "Das ist bei allen dasselbe. Um ihre Arbeit nicht zu verlieren, geben sie alles".
IT-Fachkraeften in Deutschland macht dieser Trend Sorgen, sie bangen um ihren Job. Falls die Investitionen sich fuer die auslaendischen Arbeitgeber langfristig lohnen, koennte es fuer das kleine Armenien aber den Durchbruch bedeuten - wenn es nicht zu schnell die Puste verliert: Viele Familien sind im Moment so arm, dass sie ein Studium ihrer Kinder nicht mehr finanzieren koennen.
-> www.lycos-europe.am -> http://www.lycos-europe.am
-> www.siliconarmenia.com -> http://www.siliconarmenia.com
-> www.deutsch-armenische-gesellschaft.de -> http://www.deutsch-armenische-gesellschaft.de/dag/adknnt1.htm_Reisen (5.8.2018 13:57 Uhr)
Viele Bewohner des Ostblocks haben frueher in Armenien Urlaub gemacht. Doch mit der Sowjetunion verschwanden auch die Touristen, schrieb Hilmar Schulz im Mai 2000 in der ZEIT. Wer trotzdem eine Reise wagt, muss - Pauschalangebote gibt es kaum - Armenien auf eigene Faust entdecken."Die liebliche Gebirgslandschaft ist ideal zum Wandern. Und von hier aus kann man Ausflüge zu großen Kulturdenkmälern unternehmen. Ganz Armenien - die älteste christliche Nation der Welt - ist überreich mit jahrtausendealten Kirchen und Klöstern gesegnet", heisst es in der ZEIT.
Ausfuehrliches ueber die wichtigsten touristischen Ziele bietet das englischsprachige Webportal cilicia.com.
-> www.cilicia.com -> http://www.cilicia.com/armo5.html
siehe auch: touristeninformation mit granatapfel -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-149.htm Ararat - Masis (15.11.2003 7:32 Uhr)
Die Armenier nennen ihn Masis, in Deutschland ist er unter seinem hebraeischen Namen Ararat bekannt. An einem klaren, kalten Morgen kann man ihn deutlich sehen, wenn man von Jerewan aus nach Suedosten schaut. "Jeden Morgen werfe ich als erstes einen Blick auf den Masis", erzählt mein Kollege Gurgen. So wie er verehren viele Armenier "ihren" Berg - auch wenn er auf dem Gebiet der Türkei liegt.Bei wissen.de erfaehrt man ueber den Masis: "...erloschener Vulkan im Hochland von Armenien (östliche Türkei), im türkisch-armenisch-iranischen Grenzgebiet; Großer Ararat 5197 m, Kleiner Ararat 3925 m; 1829 erstmals erstiegen. In der weiteren Umgebung des Ararat soll die Arche Noah gelandet sein."
Zu dieser Legende heisst es bei raetsel-der-menschheit.de: "Ursprünglich wurde angenommen, daß die Arche Noah auf dem Berg Ararat gelandet sei. Der biblische Text bezieht sich jedoch nicht auf den Berg, sondern das Land Ararat. Die Vorstellung, auf dem 5165 Meter hohen Berg die Arche zu finden, war für Forscher und Archäologen immer wieder eine große Verlockung." In Armenien gilt der Masis als heilig.
In der Webcam von arminco.am kann man einen Blick auf Jerewan mit dem Masis im Hintergrund werfen - wenn es nicht, wie oft, zu dunstig ist.
-> www.wissen.de -> http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUID=40,156,538&MENUNAME=InfoContainer&OCCURRENCEID=SL0011707877.SL0011707877.TM01-FullContent&WissenID=P7XI1j3XZOK75mKXP6sRiABBAiI1RC4RgEDdyfRW1IukTzUbkszu|-3143432024667758053/182718475/6/7062/7062/7003/7003/7062/-1|-6425560327901811509/182718476/6/7062/7062/7003/7003/7062/-1|1068878038261
-> www.raetsel-der-menschheit.de -> http://www.raetsel-der-menschheit.de/myst/ararat.htm
-> www.arminco.com -> http://www.arminco.com/livewebcam.html
siehe auch: -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-31.htmVernissage mit Teppichen und Tuerklinken (10.11.2003 11:51 Uhr)
Dickbauchige "Matruschka"-Puppen, Perlenketten und Teppiche mit dem armenischen Alphabet: Auf dem Flohmarkt "Vernisaj" (gesprochen: "Vernissage") werden Touristen-Wuensche wahr. Auch Einheimische schaetzen den Markt in der Jerewaner Innenstadt - sie kaufen Schulbuecher, Tuerklinken und Mullbinden. Es ist Wochenende. Besucher draengen sich zwischen den Staenden auf dem Gelaende zwischen den beiden Parallelstrassen Aram Street und P. Biuzand Street, dem suedlichen Stadtring (Khandjian Street) und dem Platz der Republik (Hanrapetutian Square).
Das Areal ist klar aufgeteilt: An der P. Biuzand Street, nahe Stadtring, wuehlt sich der Besucher durch Berge von Kleidung. Daneben haben Haendler Medikamente, Verbandmaterial, Injektionsspritzen, Skalpelle und allerlei aus Zahnarztpraxen bekannte Gegenstaende ausgebreitet.
Zur Platzmitte hin locken Ketten und Ringe aus Silber, Steinen und Holz. "Very nice", bekommt die Touristin, unuebersehbar aus Westeuropa, zu hoeren.
Weiter Richtung Innenstadt praegen Teppiche das Bild. Eine Haendlerin ruft der Besucherin Unverstaendliches hinterher. Als die nicht reagiert, fuegt sie "A la prochaine, Madame" hinzu.
An der Querstrasse "Hanrapetunian Street" stoebern Kunden in Druckwerken: Armenische Woerterbuecher. Russische Romane. Deutschsprachige Reisefuehrer aus der Zeit vor der Wende.
Der Bereich zwischen der Strassenkreuzung und dem Platz der Republik bietet Dinge fuer diejenigen, die in dieser Stadt ihr Leben organisieren muessen: Schrauben, Rohrzangen, Zaehnraeder, Computerplatinen, Tuerklinken.
Wer hier umdreht und den Rueckweg ueber die oestliche Haelfte des Marktes (Aram Street) waehlt, stoesst auf die osteuropa-typisch farbenfrohen Werke einheimischen Kuenstler. Hier macht der Markt seinem Namen, der nach Kunstausstellungen, Etuikleidern und Champagner klingt, Ehre.
Weiter in der Mitte gibt es alles fuer die auswaertigen Gaeste - etwa die beruehmten russischen Holzpuppen mit Politikergesichtern, Micky Maus oder Arielle, der Meerjungfrau. "What are you looking for? Sind Sie deutsch?", fragt ein junger Mann.
Als er erfaehrt, dass die Angesprochene fuer ein deutsches Technologieunternehmen arbeitet, sagt er "Wenn Sie oder Ihre Kollegen einen Fahrer brauchen, der deutsch spricht - mein Kumpel und ich verlangen nur den halben Preis" - und schon hat die Besucherin die Telefonnummer von "Karo" in der Hand. "Und wenn Sie mal etwas von Vernisaj brauchen, sagen sie Bescheid - ich sorge dafuer, dass sie 50 Prozent Rabatt bekommen". Nicht nur diejenigen, die zum Einkaufen hierher kommen, ergreifen beherzt jede gute Gelegenheit.
-> www.iriacenter.org -> http://www.iriacenter.org/irworld.nsf/82d6b26ed9fdeb4988256adb00693eb0/e554850a9c2fc0ce88256aed005f86cd?OpenDocument
siehe auch: woerter finden - auf dem schwarzmarkt -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-75.htmsiehe auch: mp3-piraten an der prachtstraße -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-182.htmMatenadaran: Schaetze in armenischer Schrift (29.10.2003 8:37 Uhr)
Das Mashtots Matenadaran-Institut in Jerewan ist eine der ältesten und grössten Handschriftensammlungen der Welt. Die Einrichtung ist nach Mesrop Mashtots benannt, der im Jahr 405 das armenische Alphabet eingeführt hat. Mit ihren 17.000 Manuskripten dokumentiert die Sammlung fast jeden Bereich armenischer Kultur und Wissenschaft in Antike und Mittelalter. Als Besucher bekommt man nur einen sehr kleinen Teil des riesigen Schatzes zu sehen, den das Institut beherbergt: In einem Ausstellungsraum kann man einen Blick auf alte Pergamente mit armenischen, kyrillischen, roemischen und arabischen Schriftzeichen werfen. Viele der Pergamente enthalten nicht nur Text, sondern auch ganzseitige Illustrationen - mit strahlend blauen, roten oder goldenen Farben, die so dauerhaft sind, dass sie auch nach Jahrhunderten nicht restauriert werden mussten.
Zu sehen sind sogar Schriftstuecke aus der Zeit, als die Zeichen des heutigen armenischen Alphabets noch fuer Zahlen standen und nicht fuer Text: Die Zeichen der ersten Zeile des Alphabets bezeichneten die Zahlen von eins bis zehn, die der zweiten Zeile zehn bis zwanzig und so fort bis zu den Tausendern. Heute sind die 39 Schriftzeichen in Buechern, auf Werbeplakaten und Websites und in Toilettenkritzeleien zu finden und eines der wichtigsten Elemente der armenischen Identitaet.
In erster Linie ist das Matenadaran aber nicht Museum, sondern eine wissenschaftliche Einrichtung, die alte armenische Manuskripte zu studiert und konserviert - und es ist Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes.
-> www.matenadaran.am -> http://www.matenadaran.am/
-> www.cilicia.com -> http://www.cilicia.com/armo5_museums.html#matenadaran
-> www.unesco-heute.de -> http://www.unesco-heute.de/0903/mow_liste.htm
-> www.armenien-aktuell.de -> http://www.armenien-aktuell.de/Informationen/Matenadaran/body_matenadaran.html_in den Bergen
Es ist eine wilde und atemberaubende Landschaft. Der Kontrast zum pulsierenden Chaos von Jerewan könnte kaum größer sein. Ein Ausflug.Die Kirche im Fels (28.10.2003 13:21 Uhr)
Höhlenwände aus grauschwarzem Stein. Darin Reliefe, Heiligenbilder und Ornamente. Die Kapelle des Klosters Geghard liegt am Ende einer langen, steinigen Schlucht und ist direkt in den Fels gehauen. "So musste man nur auf einer Seite mit Angreifern rechnen", erzählt Artavazd, Softwareentwickler bei Lycos. "Es gab keine anderen Baumaterialien als den Fels".
In einem menschenleeren Nebenraum plätschert eine kleine Quelle. Sie ist für die Armenier heilig. In einer Ecke steht ein Tisch mit Kerzen. "Jeder, der eine Kerze anzündet, betet für jemanden", sagt Artavazd. "Gebete bedeuten hier viel, weil das Leben in den armenischen Bergen hart ist. Auf dem steinigen Boden wächst fast nichts. Und die Straßen sind schlecht. Wer hier überlebt, ist sehr stark."
Am Ausgang verkaufen alte Frauen Kuchen, an Ketten aufgefädelte Früchte und Walnüsse. Von dem Nebel, der zuvor die ganze Schlucht in diffuses Licht getaucht hatte, sind nur noch Schwaden übrig. Die steinigen Berghänge leuchten im Sonnenlicht.
-> www.cilicia.com -> http://www.cilicia.com/armo5_geghard.htmlDas Heiligtum Garni (27.10.2003 9:43 Uhr)
"Im grünen Tal des Azat-Flusses, an der Straße zwischen Geghard und Jerewan, steht ein heidnischer Sonnentempel, der im 1. Jahrhundert n. Chr. auf Befehl des Königs Thiridates I. erbaut wurde." "Ein Erdbeben zerstörte 1679 den Tempel, der jedoch 1978 völlig restauriert wurde. Garni ist das einzige hellenische Bauwerk auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion und bietet eine herrliche Aussicht auf das zauberhafte Tal", schreibt Volker Willschrey in seinem "Reisebericht Armenien".
-> www.willi-stengel.de -> http://www.willi-stengel.de/RBArmenien.htm
-> www.cilicia.com -> http://www.cilicia.com/armo5_garni.htmlBruecke zu den Wuenschen
Die Baeume rund um das Kloster Geghard sind voller Taschentuecher, auf die Menschen ihre Wuensche geschrieben haben. "Die Armenier lieben solche Braeuche - vielleicht, weil hier viel dazugehoert, dass ein Wunsch in Erfuellung geht", meint Lycos-Softwareentwickler Artavazd. Felsen
Sie wirken, als haetten Kinder sie aus gigantischen Baukloetzen zusammengesetzt. Doch diese kilometerlangen Felswaende sind ein Werk der Natur. Verkehrsstau auf Armenisch
Wer im Gebirge unterwegs ist, braucht gute Bremsen - nicht zuletzt, um vor vierbeinigen Hindernissen rechtzeitig anhalten zu koennen. Babylonische Kartenverwirrung (10.10.2003 13:59 Uhr)
Wer einen Stadtplan von Jerewan braucht, kommt um eine Grundsatzentscheidung nicht herum: Armenische Sprache und Schrift, russische Sprache und kyrillische Schrift oder englische Sprache und lateinische Schrift?Die englische Version hat den nahezu unschlagbaren Vorteil, dass man sie als unbedarfter Europaer lesen kann und damit auch weiss, wie man die Strassennamen beim Nachfragen auf der Strasse aussprechen muss.
Andererseits helfen sie beim Entziffern von Strassenschildern kaum weiter. Denn die gibt es, bis auf wenige Ausnahmen, nur in Armenisch und Kyrillisch.
Als Tourist ist am besten bedient, wer sich eine englische und eine armenische oder kyrillische Version goennt. Internet-Ausgaben gibt es zum Glueck in vielen Versionen (hinter den ersten vier Links verstecken sich Karten in lateinischer Schrift, die fünfte ist armenisch).
-> www.cilicia.com -> http://www.cilicia.com/pics/maps/yerevanstreetmap.gif
-> www.armesco.com -> http://www.armesco.com/online/map.html
-> freenet.am -> http://freenet.am/~serjio/maps/
-> www.iriacenter.org -> http://www.iriacenter.org/irworld.nsf/82d6b26ed9fdeb4988256adb00693eb0/e554850a9c2fc0ce88256aed005f86cd?OpenDocument
-> www.yerevan.ru -> http://www.yerevan.ru/map/
siehe auch: drei zeichensaetze, viele sprachen, viele welten -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-108.htmWetter (8.10.2003 16:34 Uhr)
Scheint die Sonne in Jerewan, oder regnet's? Yahoo oder Wetter Online wissen Bescheid. Wobei Regen eher die Ausnahme ist: Die Statistiker haben in der armenischen Hauptstadt - je nach Jahreszeit - an 3 bis 13 Tagen pro Monat Niederschläge verzeichnet. In Berlin sind es monatlich 16 bis 25 Regentage.Wer wissen moechte, wie der Himmel ausserhalb der Hauptstadt aussieht, kann sich auf der Website Meteo-TV informieren. Nach Einschaetzung der armenischen Kollegen sind die Informationen bei Yahoo allerdings verlaesslicher.
-> www.wetteronline.de -> http://www.wetteronline.de/Armenien/Yerevan.htm
-> de.weather.yahoo.com -> http://de.weather.yahoo.com/AMXX/AMXX0003/index_c.html
-> www.meteo-tv.am -> http://www.meteo-tv.am/Reise-Informationen des Auswärtigen Amtes
Erste Adresse für alle, die eine Reise nach Armenien planen: Die Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes. Hier gibt es unter anderem Sicherheitshinweise, Einreisebestimmungen, Zollvorschriften, medizinische Hinweise sowie Informationen über Wirtschaft, Politik und Geschichte des Landes.-> www.auswaertiges-amt.de -> http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=10 Visum
Touristen können ihr Visum für Armenien beim Außenministerium online beantragen. Es ist drei Wochen gültig. Kurzzeit-Visa bekommt man problemlos auch am Jerewaner Flughafen Zwartnotz. Ein Transitvisum für drei Tage kostet 20 US-Dollar, das dreiwöchige Touristenvisum 30 Dollar. -> www.armeniaforeignministry.am -> http://www.armeniaforeignministry.am/eVisa/
siehe auch: behörden: wenn es im getriebe klemmt -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-89.htm_Sprache
Drei Zeichensaetze, viele Sprachen, viele Welten (18.11.2003 6:35 Uhr)
"Would you like a...?", fragt ein Kollege und deutet auf einen Teller mit Heisswuerstchen. "Sausage, in English", helfe ich, "and in Armenian?". Der Programmierer diskutiert kurz mit einem Kollegen. "Es gibt ein armenisches Wort", sagt er dann auf Englisch. "Aber uns faellt nur das russische ein."Alle Armenier, die noch zu Sowjetzeiten zur Schule gegangen sind, sind an zweisprachigen Unterricht gewoehnt, heisst es in der Library of Congress Country Studies. Deswegen kommunizieren sie nicht nur mit den Einwohnern anderer ehemaliger Ostblockstaaten in Russisch, sondern manchmal auch untereinander.
Als die Sowjetunion zusammenbrach, sprach jeder zweite Armenier diese Sprache fliessend. Selbst auf dem Land kannte fast jeder die Grundbegriffe. Beim Auswaertigen Amt heisst es heute "Landessprache: Armenisch (eigenständige indoeuropäische Sprache mit eigenen Schriftzeichen) als Amtsprache, Russisch existiert als 'Zwischennationalitäten-Sprache' fort".
In Kino und Fernsehen dominiert weiterhin die Sprache des ehemaligen maechtigen Bruderstaates. Fuer weltweit 7,5 Millionen potenzielle Zuschauer, die armenisch sprechen, lohnt es sich nicht, Filme zu synchronisieren. "Fuer Studenten gibt es nur wenig Fachliteratur in Armenisch - aber eine russische Uebersetzung zu fast jedem englischen Werk", erzaehlt ein Softwareentwickler.
In seinem E-Mail-Postfach mischen sich englischsprachige E-Mails deutscher Kollegen, Newsletter in kyrillischen Schriftzeichen und Nachrichten von Freunden auf Armenisch.
Von Kindheit an treffen Armenier bei Plakatwaenden, Hinweisschildern oder Verpackungen auf drei Sprachen und Zeichensaetze. Denn mit dem steigenden Einfluss des Westens ist das Englische hinzugekommen, am staerksten in der Werbung und der Musik.
Dem Sprachgemisch ist nicht zu entkommen. Umso groesser ist der Widerstand bei vielen, die in Armenien das Sagen haben. "Sie wollen die armenische Sprache rein halten. Die fremdsprachlichen Woerter, die sich im Laufe der Zeit eingeschlichen haben, wuerden sie am liebsten abschaffen", erzaehlt der Kollege.
"Merci", sage ich ohne nachzudenken, als ich eines der Wuerstchen nehme und in ein Stueck Lawasch-Brot einwickle - der uebliche Ausdruck fuer "Danke". "Auch das ist eigentlich schon fast ein armenisches Wort, wenn auch mit franzoesischem Ursprung", schmunzelt der Kollege. "Aber kein Sprachwissenschaftler wuerde je vorschlagen, es in unsere Woerterbuecher aufzunehmen. Er wuerde seine Karriere ruinieren."
-> lcweb2.loc.gov -> http://lcweb2.loc.gov/frd/cs/amtoc.html
siehe auch: babylonische kartenverwirrung -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-46.htmWoerter finden - auf dem Schwarzmarkt (21.10.2003 12:35 Uhr)
Nach Woerterbuechern fuer die Sprache Armeniens sucht man in deutschen Buchhandlungen oder Katalogen nach meiner Erfahrung vergeblich. Aber auf armenischen Flohmaerkten kann man Glueck haben - wenn man dort auf die Woerterbuecher der Zentralstelle fuer das deutsche Auslandsschulwesen stoesst. Das hatten die deutschen Behoerden allerdings so nicht vorgesehen. Beide Buecher, das "Schul-Woerterbuch Deutsch-Armenisch" (herausgegeben 1998) und das "Woerterbuch Armenisch-Deutsch" (herausgegeben 2000), sind fuer armenische Schulen und Universitaeten gedacht.
Die einzigen armenisch-deutschen Woerterbuecher, die ansonsten im armenischen Sprachraum entwickelt wurden, gehen auf die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg zurueck, schreibt Dieter Wehnert im Vorwort der Armenisch-Deutschen Ausgabe. Das "Armenisch-Deutsche Woerterbuch" von Dirair Froundjian, das man fuer 78 Euro bei Amazon bestellen kann, beruecksichtigt nur die westarmenische Sprache, die armenischstaemmige Menschen ausserhalb Armeniens sprechen.
Wer die moderne armenische Sprache ins Deutsche uebersetzen wollte, musste frueher den Umweg ueber ein zweites Nachschlagewerk gehen - und beispielsweise ein Wort erst in einem armenisch-russischen und dann in einem russisch-deutschen Woerterbuch nachschlagen. "Es erklaert, warum Armenier auch heute im sprachlichen Umgang gelegentlich darum bitten, 'gemach zu sprechen', wenn sie wollen, dass der Gespraechspartner langsamer spricht, oder dass sie erklaeren, 'hurtig sein zu muessen', wenn sie es eilig haben", schreibt Wehnert.
Die Zentralstelle fuer Auslandsschulwesen hat mit ihren Buechern, die jeweils rund 15.000 Vokabeln enthalten, Abhilfe geschaffen. Allerdings bekommt man sie in Deutschland offiziell nicht. "Die Bücher wurden ausschließlich mit Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert und können deshalb nicht frei verkauft werden", so Arnd Meyer vom Bundesverwaltungsamt bedauernd.
Obwohl die deutschen Behoerden das nicht so geplant haetten, seien die hilfreichen Nachschlagewerke aber auf dem Jerewaner Schwarzmarkt relativ leicht zu finden. Auch in Jerewaner Buchhandlungen koenne man Glueck haben. Kostenpunkt: sieben bis acht Euro pro Exemplar.
-> www.auslandsschulwesen.de -> http://www.auslandsschulwesen.de
siehe auch: ostarmenisch und westarmenisch -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-6.htmsiehe auch: bücher -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-54.htmDie Hauptstadt: Jerewan, Eriwan oder...? (15.9.2003 15:54 Uhr)
Die Armenier in Deutschland nennen ihre Hauptstadt, wenn sie westliche Schriftzeichen benutzen, meist "Jerewan" oder "Jerevan". So schreibt ein Besucher im Forum von www.armenien.at:
Man sagt Erewan, Eriwan, Jerewan, Yerevan.... Aber richtig ausgesprochen heisst das: Jerewan.
Der freien Enzyklopädie wikipedia zufolge hat diese Bezeichnung - ob mit w oder v - ihren Ursprung in der russischen Version des armenischen Stadtnamens.
Daneben ist im Deutschen die Version Eriwan gebräuchlich. Im Englischen heißt die Stadt Yerevan, im Französischen Erevan.
-> de.wikipedia.org -> http://de.wikipedia.org/wiki/Eriwan
-> www.armenien.at -> http://www.armenien.at/viewtopic.php?t=280Armenische Online-Wörterbücher (5.8.2003 14:22 Uhr)
Eine knappe, aber hilfreiche Sammlung armenischer Ausdrücke und Redewendungen bietet das englischsprachige Web-Portal cilicia.com. Da der Autor sie in westliche Buchstaben umgeschrieben hat, kann man sie lesen, ohne die armenische Schrift zu kennen.Noch viel ausführlicher ist das Online-Wörterbuch Armenisch-Englisch unter dictionary.hayastan.com. Wer es nutzen will, muss allerdings die armenischen Schriftzeichen lesen können.
-> www.cilicia.com -> http://www.cilicia.com/armo5_phrases.html
-> dictionary.hayastan.com -> http://dictionary.hayastan.com/index.php?a=list&d=1&p=1&w1=%D4%B1
siehe auch: kauderwelsch - armenisch wort fuer wort -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-52.htmOstarmenisch und Westarmenisch (5.8.2003 13:55 Uhr)
Wer beginnt, sich mit der armenischen Sprache zu beschaeftigen, findet dies zunaechst ein wenig verwirrend: Es gibt zwei Varianten, das sogenannte Ost- und Westarmenisch. Wer nach Armenien selbst reisen will, kann sich beruhigt aufs Ostarmenische konzentrieren. Westarmenisch sprechen - wie Robert Avak in "Kauderwelsch - Armenisch Wort für Wort" schreibt - hauptsächlich armenische Einwohner der Türkei, Syriens, des Iraks und anderer nahöstlicher Länder.
Auch wer Westarmenisch spricht, versteht in der Regel die ostarmenische Variante. Unterschiede gibt es in der Grammatik und bei bestimmten Vokabeln.
Gemeinsam ist beiden der indogermanische Stamm, vermischt mit persischen, griechischen und russischen Einflüssen.
-> de.wikipedia.org -> http://de.wikipedia.org/wiki/Armenische_Sprache
-> www.sprachvermittler.com -> http://www.sprachvermittler.com/Sprachen/Armenisch/armenisch.html
siehe auch: bücher -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-54.htm _Küche (5.11.2003 9:17 Uhr)
Die armenische Kueche "ist im allgemeinen nicht extrem im Geschmack, jedes Gericht hat ein gewisses Gleichgewicht", schreibt Robert Avak in "Kauderwelsch - Armenisch Wort fuer Wort". Auf armenischen Tellern findet man viele Dinge, die aus dem Mittelmeerraum vertraut sind. Aber auch die urspruengliche Nationalkueche hat ihre Reize.Wer selbst armenisch kochen moechte, findet englischsprachige Rezepte beispielsweise in "Adventures in Armenian Cooking" auf cilicia.com.
-> www.cilicia.com -> http://www.cilicia.com/armo_cookbook.htmlDer Granatapfel, Armeniens süßes Symbol (15.12.2003 7:08 Uhr)
Kleine rote Kugeln, prall gefüllt mit Saft, purzeln aus der lederartigen Schale. Die Körner des Granatapfels schmecken jetzt im Dezember süß, jedoch mit einer leicht säuerlichen Note. "Wenn sie einige Wochen später geerntet werden, schmecken sie eher wie Honig", erzählt ein Kollege. Besonders Kinder mögen die armenische Nationalfrucht, die zu jeder Weihnachtsbescherung gehört.Der Granatapfel ist Vorbild für Blumenvasen, Teelichthalter und hölzerne Kettenanhänger, die es auf dem Wochenmarkt Vernisaj zu kaufen gibt. Er taucht auf Tassen und Tischdecken auf. Die armenische Touristeninformation trägt ihn als Logo. Und in der Zeit vor Weihnachten findet man ihn an allen Obstständen. Der Granatapfel gilt als Symbol für Armenien - und für Fruchtbarkeit, Überfluss und Hochzeiten.
Nach alter Tradition schleuderten Bräute einen Granatapfel gegen die Wand, heißt es auf der Website ArmeniaNow. Die Körner aus dem aufgeplatzten Apfel sicherten - so will es die Legende - den Kindersegen.
Seine Heimat hat der Granatapfel in Vorderasien, Ägypten und auf dem Balkan, er beeinflusste altägyptische, jüdische und griechische Religion. Deswegen vermuten Experten, dass es ein Granatapfel war, mit dem Eva in der biblischen Geschichte Adam zum Bösen verführte. Heute verführt sein Saft, genannt Grenadine, Cocktailtrinker.
-> www.webkoch.de -> http://www.webkoch.de/lexikon/nr/2/859.html
-> www.wissen.de -> http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUID=40,156,538&MENUNAME=InfoContainer&OCCURRENCEID=SL0011738229.SL0011738229.TM01-FullContent&WissenID=P91SRpQjFNgSFIqGQzwFICnAsG9Vba4gA2232K5t32Z3APCNA5Ay|-2122816389678777414/182718476/6/7063/7063/7003/7003/7063/-1|-3298350971438727069/182718475/6/7063/7063/7003/7003/7063/-1|1071469126437
-> www.armenianow.com -> http://www.armenianow.com/2003/june13/shoppingforasymbol
siehe auch: vernissage mit teppichen und tuerklinken -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-98.htmTouristeninformation mit Granatapfel
Unuebersehbar ist der Granatapfel im Logo der Jerewaner Touristeninformation, die 2001 in der Nalbandian Street nahe des Platzes der Republik ihre Pforten geoeffnet hat. Wie in den Touristeninformationen ueberall auf der Welt, so finden Besucher auch hier Beratung und Broschueren zu Hotels, Restaurants, Geschaeften und Reiseveranstaltern. Ausserdem gibt es Fotos und armenische Kunstgegenstaende zum Anschauen. -> www.armeniaweek.com -> http://www.armeniaweek.com/sept202001/visitorcenter.htmlHopfen und Malz (27.11.2003 13:10 Uhr)
Der Stuhl quietscht auf dem glatten Fussboden. Die Waende sind weiss. Immer wieder streift eiskalte Novemberluft den Ruecken. Die Kellnerin stellt ein Glas Salzstangen und zwei Halbliterflaschen auf den Tisch. Der hellbraune, eiskalte Flascheninhalt macht das wenig einladende Ambiente wett - er schmeckt herb, aber mild, und fließt so leicht durch die Kehle, dass man ihn am liebsten in einem Zug austrinken möchte.
Bier? Generell bringt man eher andere alkoholischen Getraenke in Verbindung mit Armenien. Wein, wegen der suedlichen Lage, der biblischen Geschichte und der temperamentvollen Bewohner. Wodka, weil er zum Synonym fuer Russland und seine ehemaligen kleineren Sowjet-Geschwister - und leider auch fuer deren heutige Alkoholismus-Probleme - geworden ist. Vielleicht auch den armenischen Brandy, hergestellt von der Yerevan Brandy Company, seit 1998 Teil des franzoesischen Pernod Ricard-Konzerns.
Doch wenn die Armenier die unzaehligen Toasts bei einem geselligen Mahl aussprechen, greifen sie gerne auch zu Kilikia und Kotayk. Die beiden grossen armenischen Biermarken sind relativ jung. Sie entstanden in Sowjet-Zeiten, um den Durst der Bewohner der gesamten Kaukasus-Region zu loeschen: Die Brauerei Kilikia wurde 1952 gegruendet, Kotayk 1974. Beide schmuecken sich auf ihren Websites mit einer langen Liste internationaler Auszeichnungen.
Auf der Homepage von Kotayk heisst es, dass die Brauerei heute unter anderem nach Deutschland, Frankreich, England, Australien, in die USA, in den Libanon und in andere ehemalige Sowjet-Staaten exportiert. Kilikia produziert neben mehreren Biersorten Jermuk, im Sprachgebrauch der Armenier Synonym fuer sprudelndes Mineralwasser.
Die Flasche ist - viel zu schnell - leer. Eine zweite waere nicht schlecht. Wenn nur der kalte Luftzug nicht waere. Und der knurrende Magen. Die Salzstangen machen nicht wirklich satt, zumal man offenbar vergessen hat, sie zu salzen.
Wir verlassen die - für Jerewan recht typische - triste Kneipe. Und doch, das Bier...
-> www.kilikia.am -> http://www.kilikia.am/
-> www.kotayk.am -> http://www.kotayk.am/
-> www.armshop.de -> http://www.armshop.de/product_info.php/products_id/61
-> www.fifoost.org -> http://www.fifoost.org/armenien/arme.pdfTan: Salziger Durstloescher
Wie die Dose Cola bei den Deutschen, so gehoert der Becher Tan bei den Armeniern zum schnellen Mittagsimbiss. Yahoo beschreibt Tan als salziges Gemisch aus Joghurt und Wasser, Robert Avak bezeichnet es in seinem Reisesprachfuehrer als buttermilchartiges Getraenk. Es aehnelt sehr dem Ayran in tuerkischen Restaurants. Im Supermarkt kostet ein halber Liter rund 180 Dram (30 Eurocent).-> travel.yahoo.com -> http://travel.yahoo.com/p-travelguide-501595-armenia_dining-iChasch: Triumph in tiefen Tellern (3.11.2003 9:18 Uhr)
Vor mir steht ein tiefer weißer Teller, gefüllt mit einer fahlgelben Fluessigkeit mit Fettaugen. In der Tischmitte aufgereiht sind Töpfe mit Knoblauchsauce, Peperoni, kleingeschnittener Rettich und Stapel von pappkartonduennem, trockenem armenischem Fladenbrot. Auf Touristen wirkt Chasch eher abschreckend. Doch in Armenien ist dieses Sonntagsessen ein Highlight. Mein Tischnachbar reicht mir eine der Lawasch-Brotscheiben, gross wie eine Tageszeitung. "Das musst Du in kleine Stuecke brechen und in den Teller broeseln, so schnell wie moeglich - sonst wird die Suppe kalt." Meine Kollegen rechts und links feuern mich zur Eile an. Eine Viertelstunde spaeter sind fuenf trockene Brotfladen in meinem Teller versunken. Aus der duennen Fluessigkeit ist eine dicke Pampe geworden.
Diese Suppe kann ohne Loeffel gegessen werden. Ein frisches, weiches Stueck Lawasch, mit dem man das Gemisch aus dem Teller angelt, ist als Besteck voellig ausreichend.
Doch zunaechst einmal eine Kostprobe armenischer Legenden: "Chasch besteht aus Rinderfuessen. Man sagt, dass vor Urzeiten ein reicher Mann alle Rinder besessen hat und den Armen nur deren Fuesse ueberlassen hat. Die armen Leute haben Chasch daraus gekocht und wurden gluecklich - und der reiche Mann hat sich sehr gewundert".
Vielleicht ist es das Gefuehl des stillen Triumphs, das die Armenier bei Chasch so beherzt zugreifen laesst. Das, was ich zwischen einer Lawasch-Scheibe in meinem Mund schaufle, schmeckt hauptsaechlich nach Brot und Knoblauch und ganz leicht nach Rindfleisch und nach Fett.
"Wichtig ist, dass man Chasch frueh am Morgen isst. Nur dann hat man genug Zeit zum Verdauen", sagt Hrant, waehrend er Lawasch in seine zweite Portion kruemelt. "Und der Wodka gehoert unbedingt dazu."
Nach Abschluss des Mahls wiegt der Bauch so viel wie die Felsbrocken, die ueberall in der armenischen Landschaft verstreut liegen. Im Kopf macht sich angenehm warm der Wodka breit. Der lange Tisch ist voll von Lawasch-Kruemeln und zusammengeknuellten Servietten.
Wer einmal einen Raclette-Abend oder ein Kaesefondue mitgemacht hat, kennt dieses Gefuehl.
siehe auch: lawasch: das brot mit den knicken -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-78.htmLawasch: Das Brot mit den Knicken (23.10.2003 7:12 Uhr)
Ein riesiger, ungezuckerter Pfannkuchen, gefaltet und zusammengerollt zu einem handlichen Paket: Das beschreibt in etwa das traditionelle armenische Lawasch-Brot. Bei Lycos gehoert das Brot, in kleine Stuecke zerschnitten, zum Mittagessen in der Buerokueche - belegt mit Kaese, Schinken, Gurken und Tomaten. Das hauchduenne Fladenbrot aus Mehl, Wasser und Salz gilt als die nationale Brotsorte Armeniens. Aber auch in Georgien, Aserbaidschan, der Tuerkei und dem Iran ist es Teil der Esskultur. In armenischen Doerfern wird Lawasch auf Vorrat gebacken, heisst es im "Web Travel Guide". Getrocknet halten sich die dicken Teigstapel mehrere Monate.
"Man nimmt einen Erdofen, bestreicht die Waende mit dem Teig und entzuendet in der Mitte ein Feuer", erzaehlt ein Kollege. "Wenn der Teig rundherum fertig gebacken ist, loest man ihn von den Waenden. Am besten ist es, beim Backen um den Ofen herum zu sitzen und das Brot frisch zu essen."
Wer diese Erfahrung selbst machen moechte, findet Vorschlaege dazu in armenischen Internet-Foren: "Der Teig wird aus Wasser, Mehl und Salz geknetet, sehr duenn ausgerollt und gebacken, bis er Blasen schlaegt", schreibt eine Besucherin. Der Erdofen sei nicht unbedingt notwendig: Notfalls tut es auch ein Backblech.
-> www.webtravelguide.de -> http://www.webtravelguide.de/Laender/Armenien/Armenien3.htm_Bücher
Buchtipps rund um Armenien und die armenische Sprache.
CD-ROM: Goldenes Armenisch (4.11.2003 15:47 Uhr)
Wie hoert sich die armenische Sprache an, wie sehen die Schriftzeichen aus? Ein Streifzug durch die - leider recht teure - CD-ROM "Goldenes Armenisch" bringt neue Erfahrungen. Sie enthaelt Lektionen in armenischer Sprache, Vokabeln, Grammatik und Videos. Ich habe bisher nur die englischsprachige Schwester-Ausgabe der CD getestet.Windows 2000-Rechner zeigen die armenischen Schriftzeichen leider nicht korrekt an. Bei aelteren Betriebssystemen gibt es - meinen armenischen Kollegen zufolge - aber keine Probleme.
Kauderwelsch - Armenisch Wort fuer Wort (18.10.2003 11:38 Uhr)
Wer dieses 200 Seiten starke Buechlein durcharbeitet, spricht danach nicht perfekt Armenisch - aber er kommt im Alltag zurecht. Der Sprachfuehrer enthaelt nicht nur die wichtigsten rund 1000 Vokabeln und Redewendungen. Er bietet darueber hinaus auch eine gute Einfuehrung in alle zentralen Elemente der Grammatik - und kleine Texte ueber Kultur und Gebraeuche des Landes.Fuer alle, die sich schnell Alltagsvokabular aneignen moechten, ist dieses Buch optimal. Denn waehrend Lehr- und Woerterbuecher in der Regel in armenischer Schrift geschrieben sind, findet man hier alle armenischen Woerter in westeuropaeischer Schrift. Trotzdem bietet dieses Buch eine kleine Einfuehrung in das armenische Alphabet.
Autor: Robert Avak.
siehe auch: armenische online-wörterbücher -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-40.htm Kauderwelsch - Armenisch Wort fuer Wort (Kassette)
Die Texte aus dem Sprachfuehrer, von einem Armenier gesprochen.
Autor: Robert Avak.
Woerterbuch Armenisch-Englisch (15.10.2003 14:22 Uhr)
Das "Armenian/English-English/Armenian Concise Dictionary" bietet etwa 9.000 Vokabeln in Ostarmenisch und Englisch. Robert Avak empfiehlt dieses Buch in seinem "Kauderwelsch - Armenisch Wort fuer Wort". Aus eigener Erfahrung kenne ich dieses Woerterbuch nicht, da ich mit dem Schulwoerterbuch Armenisch-Deutsch/Deutsch-Armenisch sehr zufrieden bin, das in der Regel aber nur auf armenischen Flohmaerkten erhaeltlich ist.
Autoren des Englisch-Armenischen Woerterbuchs: Narair Shakhabasyan, Diana Aroutunian.
siehe auch: ostarmenisch und westarmenisch -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-6.htmsiehe auch: woerter finden - auf dem schwarzmarkt -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-75.htm Lehrbuch der armenischen Sprache
Deutschsprachiges Armenisch-Lehrbuch, mit dem man die Sprache auch im Selbststudium lernen kann. Um die armenischen Texte lesen zu koennen, muss man die armenische Schrift beherrschen. Dies faellt allerdings nicht allzu schwer, da die Schriftzeichen schrittweise in den ersten sieben Lektionen eingefuehrt werden. Daneben gibt es auch ausfuehrliche Erlaeuterungen zur Grammatik und ein Vokabelverzeichnis mit etwa 500 Woertern.
Autorin: Margret Eggenstein-Harutunian.
Lehrbuch der armenischen Sprache (Kassette)
Begleitkassette mit den Texten aus dem Lehrbuch.
Autorin: Margret Eggenstein-Harutunian.
Einfuehrung in die armenische Schrift (15.10.2003 9:37 Uhr)
Das Lehrbuch rund um die 78 Zeichen der armenischen Schrift. Geschrieben hat es Margret Eggenstein-Harutunian, die auch Autorin des Sprachlehrbuchs und der Kassette ist.Dieses Buch kenne ich selbst nicht. Das armenische Alphabet ist in seinen Grundzuegen auch im "Lehrbuch der armenischen Sprache" und in "Kauderwelsch - Armenisch Wort fuer Wort" dargestellt. Wer nur lernen moechte, die armenische Schrift zu lesen, braucht das Buch "Einfuehrung in die armenische Schrift" nicht.
Autorin: Margret Eggenstein-Harutunian.
_Projektinfo (1.6.2003 7:13 Uhr)
Subjektiv, manchmal satirisch und sicherlich nicht allumfassend: Genau das soll diese Website sein. Aus der journalistischen Perspektive betrachtet, soll sie ein Land naeherbringen, von dem viele wissen, dass es als Entwicklungsland gilt - aber die wenigsten, dass es zu Europa gehoert. Und dass es ein Land ist, dass sich im Umbruch befindet, zum Beispiel, was die wachsende Bedeutung der IT-Industrie betrifft. Aber ein wenig mehr ueber die Geschichte dieses Projektes..."60 Tage Jerewan" - wieso? Lycos Europe, das Unternehmen, das hinter den Internet-Marken Lycos, Fireball und Tripod steckt, laesst einen Teil seiner Technologie in der armenischen Hauptstadt entwicklen. Hier gibt es gut ausgebildete Programmierer, die fuer ihre Arbeit nur ein - nach europaeischen Massstaeben - niedriges Gehalt verlangen.
Deswegen hat Lycos entschieden, ein neues Unternehmensprojekt dort umsetzen zu lassen: Ein Intranetportal fuer die Mitarbeiter von Lycos Europe selbst. Da ich dieses Intranet im Rahmen meiner Diplomarbeit konzipiert habe, habe ich die Chance bekommen, mich nach Abschluss meines BWL-Studiums zwei Monate lang um das Projektmanagement zu kuemmern: Praktikum in Jerewan. Mit "60 Tage Jerewan" moechte ich ein wenig von meinen Erfahrungen in Worte, Bilder und Links fassen.
Uebrigens hat es mir in Jerewan so gut gefallen, dass ich meinen Aufenthalt um drei Wochen verlaengert habe - deswegen ist der Name "60 Tage Jerewan" nicht mehr ganz korrekt. Da meine Website allerdings vielerorts schon unter diesem Namen verlinkt war, habe ich mich entschieden, ihn beizubehalten.
"60 Tage Jerewan" ist ein Ein-Personen-Projekt. Alle Seiten enstehenen dynamisch mit PHP und MySQL. Die Technik dazu habe ich selbst entwickelt. Mit diesem System brauche ich nur einen Internet-Zugang und einen Webbrowser, um die Seiten von jedem beliebigen Ort aus zu pflegen und zu verwalten.
Bisher hat "60 Tage Jerewan" noch keine eigene Domain. Vielen Dank an Peter Hagenlueke (
WHR AviationServices), der den Speicherplatz im Internet zur Verfuegung gestellt hat!
-> www.lycos-europe.am -> http://www.lycos-europe.amNach 80 Tagen (7.1.2004 18:13 Uhr)
60 Tage Jerewan sind vorbei - auch wenn es letztendlich 80 geworden sind. Seit drei Tagen habe ich einen neuen Job in Frankfurt, und deswegen wird es an dieser Stelle nicht mehr so regelmäßig Neuigkeiten geben wie bisher. Doch ich freue ich mich auch weiterhin über Kommentare und Forenbeiträge!Ich freue mich über Fragen und Anmerkungen zu den Inhalten dieser Website oder zu Armenien, im Kommentarbereich unter jedem einzelnen Artikel oder im allgemeinen Forum. Ich freue mich besonders über zusätzliche Informationen von Besuchern, die das Land, dass ich in drei Monaten so lieb gewonnen habe, gut kennen oder die vielleicht sogar aus Armenien stammen.
Wer die Nachrichten von 60 Tage Jerewan per RSS-Leseprogramm mitverfolgt, hat wahrscheinlich bereits gesehen, dass sich in inzwischen auch die aktuellen Kommentare in die RSS-Nachrichten geschlichen haben. Ich hoffe, dass der RSS-Feed dank dieser kleinen Änderung lebendig bleibt, ebenso wie die Website.
Denn in den letzten Monaten hat es mit jedem Tag, jedem neuen Klick in der Serverstatistik und jeder User-Nachricht mehr Spaß gemacht, an diesem Projekt zu arbeiten...
Die Autorin
siehe auch: 60 tage jerewan: feedback und diskussion -> http://www.flugverein-guetersloh.de/armenien/artikel-147.htm 60 Tage auf zwei DIN A 4-Seiten (24.12.2003 11:23 Uhr)
Fuer das Studenten- und Karriereportal e-fellows.net habe ich einen Artikel ueber mein Praktikum geschrieben. Ein schneller Ueberblick mit Links zu weiteren Informationen auf 60 Tage Jerewan. In ihrer BWL-Diplomarbeit konzipierte Stefanie Schulte, 26, ein Intranetportal fuer Lycos Europe. Im Herbst 2003 reiste sie als Praktikantin fuer drei Monate nach Jerewan und begleitete die Umsetzung des Intranets in der armenischen Entwicklungsabteilung.
Essen a la Woerterbuch
Mit knurrendem Magen, aber ratlos stehe ich im Tante Emma-Laden. Konserven, Brot, Obst, Nudeln, Gewuerze - und davor eine Theke und eine Verkaeuferin, die kein Englisch versteht. Ich krame ein paar Brocken Armenisch zusammen und verlasse den Laden mit einem Glas Erbsen und einer Tuete Spaghetti. Die Nudeln gibt es heute ohne Salz - dieses Wort habe ich in meinem
Sprachfuehrer so schnell nicht gefunden.
Der erste Tag meines Praktikums in der armenischen Hauptstadt Jerewan. Schnell finde ich heraus, dass das kleine Land mit rund drei Millionen Einwohnern seine uralte
Sprache mitsamt eigener Schriftzeichen hingebungsvoll pflegt und gegen fremdlaendische Einfluesse abschottet. Der Reisesprachfuehrer wird zum unverzichtbaren Begleiter.
IT: Traum-Jahresgehalt 2.400 Dollar
Dennoch hinterlaesst das Ausland
Spuren: Russland vor allem, wegen der Sowjetvergangenheit, aber zunehmend auch westliche Laender. Auslaendische Investoren, besonders im
IT-Bereich, gelten fuer das arme Land als Ticket in eine bessere Zukunft.
Einer dieser Investoren ist mein Arbeitgeber Lycos Europe. Das deutsche Unternehmen betreibt eine Entwicklungsabteilung in der Hauptstadt, um Personalkosten zu sparen. Die armenischen Softwareentwickler setzen unter anderem das Intranetportal fuer die europaweit rund 900 Lycos-Mitarbeiter um. Da ich dieses Intranet im Rahmen meiner Diplomarbeit in Guetersloh konzipiert habe, darf ich mich als Praktikantin drei Monate lang um das Projektmanagement in Jerewan kuemmern.
Website-Tests, Videokonferenzen und Usability-Diskussionen
In fliessendem Englisch begruesst mich Hrant, der Softwareentwickler, der unser Intranet programmiert. Er ist 20 und bastelt nebenbei an seinem Informatik-Bachelor. Das Intranet ist sein erstes Projekt bei Lycos. "Fuer mich ist das die grosse Chance". Manche Lehrer verdienen hier nur 20 US-Dollar im Monat. Das macht die Jahreseinkommen von 2.400 bis 6.000 US-Dollar in der IT-Branche zu Traumgehaeltern.
Wer einen der begehrten Jobs in auslaendischen Firmen ergattert, ist in der Regel nicht nur fit in Englisch, sondern auch fachlich sehr gut ausgebildet. Das gilt fuer Armenier aber generell: In der Sowjetunion war Armenien das Zentrum der Entwicklung hochtechnisierter Waffensysteme. Entsprechend stark investierte der Staat in den
Bildungssektor, und noch immer hat fast jeder in der Hauptstadt ein Uni-Diplom.
Die rund 40 Mitarbeiter von Lycos Armenien arbeiten von Montags bis Samstags, oft bis spaet in den Abend. Ich entwerfe Navigationsbaeume, teste Suchfunktionen, Foren und Eingabefelder, bespreche per Telefon, Chat und Videokonferenz offene Fragen mit deutschen Kollegen. Denn Informationen fliessen oft nur spaerlich zwischen der Zentrale in Deutschland und den armenischen Entwicklern. Hitzig diskutieren Hrant und ich ueber die Nutzerfreundlichkeit des Portals. Waehrend die Armenier in technischen Fragen extrem sattelfest sind, gilt Usability hier noch als zweitrangig.
Zum Grillen in die Berge
Am Sonntag mieten Hrant und die anderen Kollegen aus meiner Abteilung einen klapprigen Kleinbus. Es geht heraus aus der staubigen, lauten, unordentlichen Jerewaner Innenstadt, hinein in eine neblige, baumarme, atemberaubende Berglandschaft. Wir besichtigen das Kloster
Geghard und seine Kapelle, die die Erbauer direkt in den Fels hineingehauen haben - sogar mit Reliefen in den Waenden. "Es gab einfach keine anderen Baumaterialien", sagt Softwareentwickler Artavazd.
Das naechste Mal halten wir in einer Schlucht, deren Waende aussehen, als haetten Riesen uebergrosse steinerne Streichhoelzer aufgestapelt, und wir packen Grillfleisch, Wein und Wodka aus. "Im Sommer grillen wir in freier Natur, so oft wir koennen".
Sporadisch fliessendes Wasser, ein Heizkoerper, 400 Dollar Miete
Gegrilltes gehoert generell zu den preiswerten Genuessen in Armenien. Eine Portion "chorowaz", Schaschlik eingerollt in Fladenbrot mit Gemuese und Salat, kostet 500 Dram - 75 Eurocent. Ein Kilo Kartoffeln bekommt man fuer rund 25 Cent. Die Tafel Schokolade fuer 45 Cent, die Tuete Fruchtsaft fuer einen Euro - eher westliches Preisniveau.
Fuer meine
Innenstadt-Wohnung zahlt Lycos pro Monat 400 Dollar Miete. Und das, obwohl es fuer zwei Zimmer, Kueche und Bad zusammen nur einen kleinen Elektro-Heizkoerper gibt und
frisches Wasser in diesem Stadtteil nur jeweils ein paar Stunden morgens und abends aus den Wasserhaehnen fliesst. Alles, was knapp ist oder
importiert werden muss, hat seinen Preis.
Dennoch bin ich uebergluecklich, als Lycos mir erlaubt, mein Praktikum um drei Wochen zu verlaengern. Aber nach drei Monaten in Jerewan muss ich den Rueckflug antreten. Zurueck in Deutschland, werde ich vermutlich weiterhin auf die Uhr gucken, bevor ich duschen gehe. Ich werde mich aergern, dass ich fuer einen Doener drei Euro ausgeben muss. Und ich werde heftiges Heimweh haben nach den Menschen, die stolz sind auf einen
20 Jahre alten Lada und selbst unter haertesten Bedingungen nie ihren Humor verlieren.
-> www.e-fellows.net -> http://www.e-fellows.net/de/public/show/detail.php/5270 Artikel diskutieren: Das Viele-Augen-Prinzip (18.12.2003 8:48 Uhr)
Wer zum ersten Mal in ein fremdes Land reist, reist mit einem Bild im Kopf. Berichte und Vermutungen der eigenen Umgebung lassen es ganz automatisch entstehen. Viele der Beitrage in meinem Weblog zeigen ein Armenien, das anders aussieht als in den gaengigen Kopf-Bildern. Aber auch das neue Bild kann einseitig oder gar falsch sein. Ich hoffe, dass die neue Kommentar-Funktion unter den Artikeln hilft, das Bild zu korrigieren.Ich freue mich besonders ueber Kommentare von Menschen, die das Land Armenien auch kennen, vielleicht besser als ich. Ich freue mich aber auch ueber Fragen, die ich vielleicht beantworten kann oder die Anregungen fuer neue Beitraege bringen. Oder Meinungen, Verbesserungsvorschlaege, Gruesse...
Selbstverstaendlich lese ich die Kommentare regelmaessig. Texte, die gegen geltendes Recht oder gute Sitten verstossen, werde ich selbstverstaendlich loeschen.
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Links zu 60 Tage Jerewan
_Kontakt (14.5.2003 7:13 Uhr)
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60 Tage Jerewan: Feedback und Diskussion (19.12.2003 15:06 Uhr)
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